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Album review: Westzeit (Germany)

HÉLÈNE GRIMAUD – For Clara

(Deutsche Grammophon / Universal)

Die französische AusnahmePianistin ist in die SeelenTiefen der deutschen (Klavier)Romantik (ab)getaucht und hat sich doch entschlossen, statt vermeintlicher Neu- oder Wiederentdeckungen eher kanonische Werke zu spielen: nicht nur Robert Schumanns “Kreisleriana op. 16” (die der Komponist ja “eigentlich” seiner (da-noch-nicht-ganz) Ehefrau Clara Wieck widmen wollte, dem aber schließlich doch ein unverfänglicheres “Seinem Freunde F. Chopin zugeeignet” vorzog – nicht zuletzt darauf dürfte der CD-Titel anspielen) und die “Intermezzi op. 117” von Johannes Brahms, sondern auch des Letzteren “Lieder und Gesänge op. 32”. Hier begleitet (wieder) der wunderbare Bariton Konstantin Krimmel die phänomenale Pianistin und die künstlerische Harmonie zwischen Gesang und Klavier ist da nahezu mit Händen zu greifen. Krimmels müheloser, technisch brillanter, trotzdem stets gefühlvoller (niemals aber melodramatischer!) Gesang vereint sich mit Grimauds ebenso überlegter wie warmer Interpretation der Klavierstimme zu etwas tatsächlich Großem: “Atme den Feind aus der Brust!”. Aber auch die E.T.A. Hoffmann-inspirierten “Kreisleriana” verdichtet Grimaud auf so vortreffliche Weise, dass “Die Zeit” nicht umhinkam, ihrer ganzseitigen Besprechung die Überschrift “Genau in den richtigen Händen” zu geben. Ein Höhepunkt der romantischen Klaviermusik in wirklich hervorragender, zugleich wohlig-intimer und doch auch analytisch-forschender Interpretation. 5

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